H95 Raum für Kultur

FIM HIATUS, YO! & PUR

Forum für Improvisierte Musik + Tanz-Performance-Multimedia (FIM) Basel zu Gast im H95

Dienstag, 16. Februar 2021, 20.15h

H95 Raum für Kultur, Türöffnung 20.00h, Eintritt : Normal CHF 20, FIM-Mitglieder CHF 12, ermässigt (KulturLegi, Studenten, AHV, IV) CHF 15. | Reservation: eric.ruffing@sunrise.ch

H I A T U S

  • Noémi Alberganti (Genf) – Tanz, Stimme
  • Mael Godinat (Genf) – Keyboard, Stimme

H I A T U S is a piece of music and contemporary dance. It addresses the thematics of the silences and the transitions, the « spaces in between ». Duration approx. 50 minutes. There is never an absolute silence, a complete immobility ; there is always, somewhere, a detail that vibrates, moves, lives. H I A T U S offers a joyous, deep and contemplative discovery of the spaces and silences created by the two performers, as well as the small artefacts, and the details that vibrate and inhabit these suspended places. H I A T U S is a piece that takes its time in the middle of a society that is moving at a frenetic pace, an island giving way to calm, to contemplation, to allegedly nothing, where silence is recognised for its beauty and for the openness and freedom it offers us. Musicians in search of the acoustics of the place, the two performers take us along, on the path of spaces and transitions. They fill the space with sounds, plainly offer us their presence, play with what they discover in the moment on stage, dance, sing, enjoy the nothing that is recurrently imposed on them.


YO !

  • Angélique Greuter (Basel) – Gesang
  • Fabrice Villard (Montreuil/F) – Klarinette

Yo, das ist das Ja der jungen Generation der Pariser Peripherie. Dort, wo das Leben in seiner Direktheit gelebt wird, jetzt und unmittelbar. Es ist die Akzeptanz und Bejahung des Unvorhergesehenen, dessen, was im Augenblick geboren wird, des Unerwarteten sowie des Unerwünschten. Die Klarinette und die menschliche Stimme eignen sich ganz besonders zum Zusammenspiel. Ihre Timbres sind zugleich Komplizen und komplementär. Angélique Greuter und Fabrice Villard lassen sich ihre Welten kreuzen. Sie hat einen klassischen Hintergrund und erfindet gerne Klanggeschichten, er kommt aus der minimalistischen Musik und ist Verfechter der „poésie sonore“. Gemeinsam lieben sie das Risiko, das sie, als permanente Chance, zum steten Weiterfahren motiviert.


PUR

  • Felix Probst (Basel) – Bassklarinette
  • Sheldon Sutter (Basel) – Schlagzeug

Die bestens bekannten Musiker aus der Improvisationsszene Felix Probst und Sheldon Sutter spielten schon im letzten Jahrtausend miteinander und treffen sich hier erneut, um Avant Garde Improvisation aufleben zu lassen. Die Freude an ihren eigenen Instrumenten hat sie bewogen, sie in ihrem ganzen Umfang zu zelebrieren. Instrument pur und schnörkellos. Nur die Musik zählt.

Biografien

Noémi Alberganti

Noémi Alberganti wurde 1980 in Genf geboren. Ihre choreographische Studie ist hauptsächlich durch ihr Trai- ning bei Rosalind Crisp und Emilio Artessero sowie durch das Body-Mind Centering inspiriert. Sie erkundet die Erzeugung von Bewegung im Moment aus der Materie des Körpers. Diese spezifische Improvisationsarbeit zeichnet sich durch einen organischen, dichten, unvorhersehbaren und kontrastierenden Tanz aus. Noémi studierte Tanz in Genf parallel zu ihrem Psycho- logiestudium, sowie in New York während mehreren Mo- naten an verschiedenen Schulen und Tanzkompanien der Stadt. (José Límon Institute, Trisha Brown company, Merce Cunningham studio) Seit 2006 ist sie als Performerin für verschiedene Choreographen und Regisseure tätig, darunter Cisco Aznar, Foofwa d’Imobilité, Filibert Tologo, Mélissa Cascarino, Emilio Artessero, Dorian Rossel, Myriam Boucris und Yasmine Hugonnet. Im Jahr 2011 gründete sie mit Olivia Ortega die Kompagnie Autotrophe. Gemeinsam kreierten sie die Stücke Incorpo (2012), A sec avec du sable (in Zusammenarbeit mit Raphële Teicher, 2013) und Incorpo II (2015). Ab 2013 erweitert sie ihr Betätigungsfeld, indem sie als «choreographischer Blick» an Theater- und Performanceprojekten mitwirkt. Ab 2017, durch Matières Productions unterstützt, beginnt Noémi zwei neue Projekte: Hiatus mit dem Musiker Mael Godinat und Infini 1 - La vitesse des montagnes (Unbegrenztheit 1 - die Geschwindigkeit der Berge) mit der Zeichnerin und Performerin Milena Buckel.

Mael Godinat

Mael Godinat wurde 1981 in Genf geboren und absol- vierte seine Ausbildung am Höheren Musikkonservatorium in Genf. Seit 2011 leitet er sein eigenes Jazz Trio. Zwischen 2012 und 2017 war er Mitglied des Kollektivs Fanfareduloup Orchestra. 2009 gründete er ein Ensemble von 11 Musikern, das Mael Godinat Megaptera, für das er zwei Orchestersuiten, von je einer Stunde komponierte. Im Herbst 2013 schaffte er das Werk Dédales, welches ein Dialog zwischen seinem Trio und dem berühmten Terpsycordes Quartetts ist. Anfang 2015 erschien ein Album dieses Projekts. Im April 2015 spielte er die Uraufführung einer Eigenkomposition, welche im Auftrag des Projekts Ge200 entstand, am BFM (Bâtiment des Forces Motrices) mit dem Fanfareduloup Orchestra und zusammen mit dem Genfer Kammerorchester. Nachdem er viele Platten produziert und eingespielt hat, komponiert und arrangiert er unermüdlich, indem er mit der unterschiedlichen Genres jongliert. Stets bestrebt neue Musik zu schaffen, komponiert er ausgiebig für Theater und Tanz, unter anderem für das Théâtre du Loup, die Kompagnie Spirale in Zusammenarbeit mit Michele Millner und Yves Cerf, das Théâtre des Marionnettes Genf, den Geschichtenerzähler Philippe Campiche, das Tanzensemble Autotrophe, sowie für Frédérique Polier und Serge Martin.

Fabrice Villard

1967 in Frankreich geboren, ist Klarinettist und Klangpoet. Er wird regelmässig von den Instants Chavirés in Montreuil, seinem Wohnort, eingeladen und ist im Bereich der improvisierten Musik aktiv. Er widmet sich ausserdem der experimentellen und minimalistischen Musik, u.a. mit dem Ensemble Dedalus, mit dem er am Genfer Festival für zeitgenössische Musik Archipel im April 2021 ein Stück des Schweizer Komponisten Jürg Frey spielen wird. Er hat fünf Bücher mit zeitgenössischer Poesie veröffentlicht. Er steht regelmässig als Klangpoet auf der Bühne, oft in Verbindung mit improvisierter Musik. In den letzten Jahren war er mehrmals im öffentlichen französischen Musikrundfunk zu hören, wo er poetische und instrumentale Performance kombinierte.

Angélique Greuter

kommt über Tanz und Bewegungstheater zum Gesang. In Genf geboren, wächst sie in Berlin auf und folgt dann in Paris dem Theaterunterricht von Jacques Lecoq, der auf Körperimprovisation basiert. Nach einer Laufbahn als lyrische Sängerin wird sie 2005 Mitglied des Mittelalterensembles Cum Jubilo, mit dem sie in ganz Frankreich auftritt. Dank der Begegnung mit Jean-Yves Pénafiel entdeckt sie ihre Leidenschaft für freie Vokalimprovisation. Sie gründet das Gesangstrio Les Elancées, das in seinen Programmen mittelalterliche Musik und freie Improvisation verbindet. Im Jahr 2018 arbeiten sie mit dem Butoh-Tänzer Katsura Kan zusammen, der sie einlädt, mit der Tänzerin Efi Farmaki eine seiner Pariser Performances zu eröffnen. Sie improvisiert regelmässig mit unterschiedlichen Musikern in Ausstellungen und interagiert mit dem Publikum und den ausgestellten Werken. Heute in Basel ansässig, beteiligt sie sich mehrfach am Offenen Forum für Improvisation. https://www.youtube.com/watch?v=0OKjjTKsu54 https://www.youtube.com/watch?v=-2t123-LIco

Felix Probst

1952 in Basel geboren. Querflötenunterricht während der Jugendzeit. Die letzten 35 Jahre ausschliesslich in der improvisierenden Tanz-, Theater-, Performance- und Musikszene tätig. Seit 1998 freischaffender Saxofon- und Klarinettenbläser. Gründungsmitglied des Forums für Improvisierte Musik, FIM Basel.

Sheldon Sutter

Geboren 1971 in Locarno, aufgewachsen in Arcegno (TI). Seit Kindesalter vom Vater der Profischlagzeuger war in die Welt des Jazz und des Schlagzeugs eingeweiht. Ausbildung als Fotograf. Beginnt autodidaktisch das Schlagzeugspiel zu studieren. Startete seine Laufbahn im Bereich des modernen Jazz. 1993-1994 Unterricht bei Billy Brooks an der Swiss Jazz School in Bern. 1997-98 Aufenthalt in Paris. Mitglied des Trio von R. Rose und im Quatett von L. Geniez. Diverse Konzerte in Clubs und Bars. Intensive Recherche nach einem eigenständigen musikalischen Ausdruck. Seit 1999 Einbezug von kleineren Perkussionsinstrumente und beginnt das Schlagzeugset eigenwillig zu “präparieren” und experimentiert mit neue Techniken zur Klangerzeugung.. Gründung des Trio “Collapse”, Beginn der Zusammenarbeit mit der Butohtänzerin F. Ghisalberti. Allmählich erarbeitete er sich ein unkonventionelles Repertoire von perkussiven Klängen, die ihm die freie Improvisation ausserhalb der existierende Idiomen ermöglichte (Workshop bei Fritz Hauser, Joëlle Léandre, Daniel Studer). 2009 nimmt er teil an der Swiss Diagonal Tournée für die besten neuen Jazz-Formationen mit dem Red Note Trio. Von 2010 bis 2012 war er künstlerischer Leiter der Konzertreihe „JazzInFabbrica“ in Losone, Tessin. Seit 2015 Erarbeitung eines Soloprogramm und erste Solokonzerte.

Konzerttätigkeit als Sideman in Langzeitprojekten sowie ad hoc Formationen. Im Bereich von Jazz- und frei improvisierte Musik im In- und Ausland. Zusammenarbeit mit (u.a.): Urs Leimgruber, Co Streiff, Jean-Paul Brodbeck, Andy Scherrer, Sonny Simmons, Luis Lopes, Stephan Kurmann, Domenic Landolf, Marco von Orelli, Tristan Honsinger, Nat Su, Dominique Girod, Ben Jeger, DJ Sniff, Luca Sisera, Roberto Domeniconi, Jan Schlegel, Nolan Quinn, Danilo Moccia, Roberto Pianca, Michael Jaeger, Philippe Schaufelberger, Rafael Schild. Kompositionsaufträge und Engagements für Theater, Tanz und Performanceprojekten. Verwendung seiner Musik zur Vertonung von Dokumentarfilme.

Laufende Musikalische Projekte: Solo (Zurzeit mit dem Programm „Nocturnes“ , Nachtlieder), Lost Socks (Duo mit Marco von Orelli), Big Bold Back Bone (internationales Quartett im Bereich electroakustische Improvisation mit M.v. Orelli, Trumpet, L. Lopes, Electric Guitar, Travassos, Electronics), Quitten (frei improvisierendes Trio mit R. Domeniconi, Piano, prepared Piano, Jan Schlegel, Electric Bass), Lotus Crash (Free Jazz Quartett mit Eigenkompositionen und Tunes von musikern nahe der Tradition des Free Jazz mit T. Meyer, Tenor Saxophone, M.v. Orelli, Trumpet, L. Sisera, Bass), Blow, Strike & Touch (frei improvisierendes Trio mit M. E. Keller, Piano, M. v. Orelli, Trumpet).