H95 Raum für Kultur

KINDERPROGRAMM IM DURCHFLUG (Kappelle Sorelle)

Ein Weihnachtsstück für Menschen ab dem Kindergartenalter

Sonntag, 19. Dezember 2021, 17.00h

H95 Raum für Kultur, Türöffnung 16.00h, Eintritt frei – Kollekte

Vom Himmel hoch da komm‘n sie her, der Flug rasant, die Landung schwer. Zwei frischgebackene Engel stolpern mit Sack und Pack auf die Bühne und bringen uns manch gute Mär. Sie lassen ihr 7-Meter-Akkordeon erklingen und werden wie immer schaurig schön singen. Oh Du Fröhliche. Ein wahres Geschenk, und freilich sehr feierlich!

Kapelle Sorelle zaubert mit viel Musik und den einfachsten Mitteln mehrdeutige Sprach-, Reim- und Wortkreationen entstehen. Kapelle Sorelles Markenzeichen durch die Schweiz.

Ursina Gregori
Spielerin
Charlotte Wittmer
Spielerin
Priska Praxmarer
Regie
Bernadette Meier
Kostüme
www.kapellesorelle.ch

„Im Durchflug“ oder Not macht erfinderisch

Zwei Engel im Sturzflug. Nachdem sie die Welt von ihrer Wolke aus jahrelang mit Interesse und Besorgnis beobachtet haben, sind sie dieses Jahr unerlaubt und heimlich losgeflogen, um den Menschen endlich mal als richtige Weihnachtsengel zu erscheinen und mit ihrer himmlischen, nur zu zweit bespielbaren Riesenhandorgel, auf der Erde singend und spielend Freude zu verbreiten. Zum Glück hat sie niemand gesehen, wie sie da ohne Flugbewilligung durch Wind und Wolken brausen und sehr unsanft auf unserer Bühne landen. Aber oje, ihre überlange Handorgel ist beim Absturz zerrissen!

Und was tut ein Örgeli-Ängeli mit kaputtem Örgeli? Das werden die beiden nun wohl oder übel – und zwar vor Publikum – herausfinden müssen. Nun kann man miterleben, wie sie ihre brenzlige Lage in clownesker Weise analysieren und es dann spielerisch schaffen, sich über die Peinlichkeit hinwegzusetzen, indem sie der halbierten Handorgel durchaus passable Töne entlocken und so tun, als hätte es nie ein Problem gegeben. Mit frisch gewonnenem Selbstbewusstsein werden sie immer mutiger und waghalsiger. Sie biegen ihre Lieder so zurecht, dass sie zur Situation passen und spornen sich gegenseitig zu immer neuen Improvisationen und Behauptungen an. in ihrer Idenwelt beginnen sie sich auch wirklich zu vergnügen und schaffen es letztendlich - wenn auch auf Umwegen - ihren Plan, nämlich auf der Erde Freude zu bereiten, auszuführen. Halleluja.

Ausserdem zeigen uns die beiden clownesken Engel, wie man ohne Schmuck ein Weihnachtsbäumli schmücken und ohne Kerzen die Lichtlein dran anzünden kann; wie man den Samichlaus beschwichtigen und sich jedes Jahr dieselbe Geschichte aufs Neue erzählen kann, ohne sich zu langweilen. Weil sie nichts zu essen dabei haben, kauen sie Worte und brechen sich dabei fast die Zungen. Anstatt viel zu sagen, singen sie, und zwar auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Engelisch…Stille Nacht, heilige Nacht – und wenn sie zum Schluss ein riesengrosses Geschenk bekommen, …“ vom Chrischtkindli, vom Weihnachtsmann, vom Oschterhaas, von der Fee, der Hexe oder dem Samichlaus? Ach egal, muesch eifach dra glaube…“ dann überbordet ihre Freude…und schon haben sie ein neues Problem…

Biografien

Kapelle Sorelle

Die freie Musiktheatergruppe Kapelle Sorelle besteht aus den beiden Schauspielerinnen Ursina Gregori (wohnhaft in Basel) und Charlotte Wittmer (wohnhaft in Däniken). Seit bald 30 Jahren sind sie mit verschiedenen Produktionen unterwegs in der ganzen Schweiz, in Deutschland und Österreich. Im 2014 waren sie als clowneskes Duo mit dem Circus Monti im Programm «bonjour la vie – 30 Jahre Circus Monti» auf Tournée.

Bekannt sind sie für den verschrobenen Humor, der ihre eigenwillige Art von clowneskem Musiktheater prägt, und für ihre Unzimperlichkeit, wie sie mit gestrigem und heutigen Text- und Liedgut umspringen. Markenzeichen von Kapelle Sorelle sind ihre Akkordeons, welche die Figuren auf der Bühne mit einer Selbstverständlichkeit tragen, als wären es zusätzliche Körperteile.

Seit ein paar Jahren spielen sie neben verschiedenen kleineren und grösseren Handorgeln vor allem auf ihrem nur zu zweit bespielbaren 7-m-Akkordeon, das sie ursprünglich für ihr Stück «Enger denn je», welches sich mit der Thematik eines siamesichen Zwillingspaares befasst, massschneidern liessen.

Kapelle Sorelle kommt immer mit den einfachsten Mitteln aus. Ihre Bilderwelt entsteht mit minimalstem technischen Aufwand. Höchstens ein paar wenige Requisiten, die immer wieder in neuen Zusammenhängen verwendet und ihrem ursprünglichen Zweck entfremdet werden, sind mit im Spiel. Aus der Präsenz der beiden Schauspielerinnen, ihrem Zusammenspiel, ihrer Spielfreude und ihrer Komik entsteht so ein Theater, das in des Zuschauers Phantasie seine eigenen Bilder entstehen lässt.

Bisherige Produktionen: «Ja wenn der Mond», «In guten und in bösen Zeiten», «Not without me», «Enger denn je», «Im Durchzug», «Im Durchflug», «Rochholz» (mit Max Rüdlinger und Ben Jeger), Engagement beim Circus Monti «bonjour la vie», «Die bösen Schwestern» (Regie Antonia Brix) und Vogljodl (Regie: Nils Torpus) Première 5. Nov. 2020.

Ursina Gregori

Geboren 1962 in Bombay (Indien), 1983 Matura des musisch-pädagogischen Gymnasiums Winterthur, 1987 Diplom der Scuola Teatro Dimitri, Verscio.

Seither unterwegs mit verschiedenen Produktionen und Formationen. Zwischen 1987 und 1998 Tourneen in ganz Europa, Baltikum, Afrika, Südamerika und Pakistan mit „Palpitation“ (von und mit Ursina Gregori und Markus Zohner, Regie: Alessandro Marchetti).

Seit 1990 enge Zusammenarbeit mit Charlotte Wittmer unter dem Namen Kapelle Sorelle. Bis heute Gastspiele in der Schweiz, Deutschland und Österreich mit den Stücken „Ja wenn der Mond…“, „In guten und in bösen Zeiten“, „Not without me“, „Enger denn je“, „Im Durchzug“ und „Im Durchflug“ (2010), „Die bösen Schwestern“ (2017). In der Saison 2014 sind Kapelle Sorelle mit dem Circus Monti im Programm „bonjour la vie“ (Regie: Adreas Muntwyler/Ulla Tikka) acht Monate auf Tournée. Kapelle Sorelles neuester Streich „Die Bösen Schwestern“ (Regie: Antonia Brix) entstand im März 2017.

Gründung von Volk&Glory mit Christina Volk im 2006. Unter der Regie von Martha Zürcher „Rest.Glück“ (Schweizer Innovationspreis 2007), das Kinderstück „Vom Roll und vom Ruh“ (Nitoba Förderpreis) und „Restenessen“. Unter der Regie von Fabienne Hadorn entsteht im 2011 „Schrott und Schrot“. Im 2013 werden Volk&Glory von der Theaterfalle Basel für die Grossproduktion „Im wilden Westen“ (Regie: Ruth Widmer/Sarah Gärtner) engagiert.

Im 2015 spielte Ursina Gregori mit der Theaterfalle Basel im schweizerisch-kosovarischen Theaterprojekt „Vizita ne Bazel Zvicer – Der Besuch aus Gijlan, Kosovo“

Ebenso Mitwirkung an den Opernfestspielen Heidenheim („Die verkaufte Braut “ und „Die Geschichte vom Soldaten“ in der Rolle des Soldaten) sowie in verschiedenen freien Produktionen, z.B. „Rochholz“ (von Hansjörg Schneider, Regie Marion Schmidt-Kumke), Malefica (Regie: Alma Bolivar), „Filoteso“ (Regie: Lorenzo Manetti) etc.

…Im 2017 führte Ursina Gregori zusammen mit Markus Wolff Regie beim Jugendzirkus Robiano für das Programm „Kei Zyt“.

Ursina Gregori lebt mit ihrer Familie in Basel, wo sie mit zwei Kolleginnen auch die Kinderspielgruppe „Baumhütte“ leitet.

Charlotte Wittmer

Geboren 1960 in Niedererlinsbach, SO.

Sprachaufenthalte in England, Irland und Paris

1983–86 Ausbildung an der Scuola Teatro Dimitri in Verscio, TI

Es folgen Engagements: Theater Winterquartier München (Karl Valentin Produktion), Schauspielhauskeller Zürich (Robert Walser Abend), Mad Dodo Zürich, Circus Monti und Zirkus Krone München (Clownduo Tanti e Pasqualino), Theater M.A.R.I.A. Aarau, Landschaftstheater Louis Naef Luzern u.a.

1990 Gründung von KAPELLE SORELLE mit Ursina Gregori. Unter Regie von Beatrice Hutter entstehen: «Ja wenn der Mond» une soirée fisharmonique; «In guten und in bösen Zeiten» une soirée amouresque; «Not without me» une soirée hystérique; «Enger denn je» Regie: Adrian Meyer und Bruno Brandenberger; «Im Durchzug» und «Im Durchflug» Regie: Priska Praxmarer, „Die bösen Schwestern“ Regie: Antonia Brix. Tourneen in der Schweiz in Deutschland und in Österreich

Seit 2006 Mitglied beim Theater Salto&Mortale mit Clo Bisaz und Thomy Truttmann. Theater für ein junges Publikum: «Mad, Bad & Sutherland» und «Der Rekord», Autor und Regie: Adrian Meyer, Musik: Ben Jeger, Ausstattung: Bernadette Meier, Lichtkonzept: Edith Szabo

2009 «Rochholz – die Aare träumt» von Hansjörg Schneider, Regie: Marion Schmidt-Kumke. Mit Ursina Gregori, Ben Jeger und Max Rüdlinger

2011 Soloproduktion «Bränte», MusikMilchTheater, Regie: Martha Zürcher, Licht und Technik: Edith Szabo, Ausstattung: Bernadette Meier, Musik: Ben Jeger

2012 Musikalische Sagenwanderung (zum 100 jährigen Jubiläum der Klinik Barmelweid). Regie: Priska Praxmarer, Dramaturgische Mitarbeit: Hansjörg Schneider

2013 Schnee***Gestöber mit Musik mit Vivianne Mösli und Charlotte Wittmer, Regie: Claudia Carigiet, Musikalische Mitarbeit: Ben Jeger

2014 Circus Monti Tournee mit Kapelle Sorelle, Regie: Andreas Muntwyler und Ulla Tikka, Musik: Lukas Stäger

Im April 2018 zeigt Charlotte Wittmer einen Ausschnitt aus ihrer Soloproduktion «Bränte» bei der Schweizer Künstlerbörse.

Hat zwei erwachsene Söhne und lebt in Däniken. Auszeichnung:

2003 Werkjahr vom Aargauer Kuratorium

2016 5-monatiger Atelieraufenthalt vom Aargauer Kuratorium

www.charlottewittmer.ch