H95 Raum für Kultur

Ausstellung KALI GALLERY zu Gast im H95

Zeitgenössische Kunstausstellung mit KRIŠTOF KINTERA, LÉOPOLD RABUS, JAKUB TYTYKALO, MARKÉTA JÁCHIMOVÁ, SEBASTIAN HAAS

Dienstag, 16. Juni 2020 – Samstag, 20. Juni 2020, Preview: 15.06. 21-23h | Vernissage: 16.06. 18-22h

Öffnungszeiten: täglich 12-20h, Eintritt frei

Überschneidungen in der Malerei und räumlichen Ausdrucksformen der zeitgenössischen Kunst.

Die Kali Gallery ist eine junge internationale Galerie aus der Zentralschweiz in Luzern. Sie präsentiert eine Auswahl junger etablierter Künstler im H95 Raum für Kultur, welche die Kunstszene in der Schweiz stark berühren. Es ist eine kuratorische Einheit, die zeitgenössische Kunst nicht nur in der Malerei, sondern auch in räumlichen Installationen und Skulpturen präsentiert und die Grenzen traditioneller Formate und Techniken überschreiten.

Zeitgenössische Kunst ist voller Überschneidungen, neue Technologien werden geschaffen und alles wächst zeitlos. Daher ist es wichtig, darüber nachzudenken, was in den Inhalten der heutigen Malerei enthalten ist, was es heißt, mit recyceltem Material innerhalb der Kunst zu arbeiten und wie die Vision eines jungen Menschen aussehen kann.

Es ist das erste Mal, dass die Kali Gallery ihre gewohnten Räumlichkeiten verlässt und sich in einem neuen Raum außerhalb der Zentralschweiz präsentiert. Die jungen Ausstellungsmacher fragen sich, welche Möglichkeiten ausserhalb eines kommerziellen Rahmens entstehen könnten, auch wenn die Ausstellung während der Art Basel statt finden wird.

Kuration: Marketa Jachimova.

Biografien

Krištof Kintera *1973 Prag (CZ)

Krištof Kintera ist einer der angesehensten Künstler, der heute in der Tschechischen Republik arbeitet. Seine Kunstwerke überschreiten die Grenzen zeitgenössischer Skulpturen.

Seine Praxis ist vielfältig und umfasst große öffentliche Installationen, kleine kinetische Geräte und 3D-Skizzen, die der Künstler als “Zeichnungen” bezeichnet. Er befasst sich mit der Aneignung und Wiederverwendung der gefundenen Objekte und der Transformation von Alltagsgegenständen. Kintera verleiht seinen Objekten anthropomorphe Eigenschaften und stellt sie als lebende Organismen vor. Er enthüllt die verborgene Spiritualität in gewöhnlichen oft weggeworfenen Objekten und erfindet ihre Mythologien neu, indem er absurde Möglichkeiten und unrealistische Nutzungen vorstellt. Kürzlich war er mit seinen Ausstellungen im Tinguely Museum Basel (2012), der Kunsthalle Rotterdam (2014) und der Rudolfinum Gallery (2017) in Prag, die 162.000 Zuschauer zusammenbrachten, sehr erfolgreich. Krištof Kintera lebt und arbeitet in Prag (CZ).

www.kristofkintera.com

Léopold Rabus *1977 Neuchâtel (CH)

Der Schweizer Léopold Rabus, geboren 1977 in Neuchâtel, rechnet mit Sicherheit zu den spannendsten Figuren in der gegenwärtigen Figuration.

Seine Ausbildung absolviert Rabus, nach einem Jahr an der Art School de Meuron in seiner Geburtsstadt (1993/94), zunächst an der École d’Art in La Chaux-de-Fonds und schließlich ab 2000 in Paris (Cité Internationale des Arts).

In seinem Schaffen - virtuose, oft großformatige Malereien, aber auch Papierarbeiten, Skulpturen und Installationen - sucht Léopold Rabus das Unheimliche, Fantastische, Skurrile. Visionäre und surreale Welten eröffnen sich, belebt von realistisch übersteigerten Menschen und Tieren. Die Figuren erscheinen perspektivisch verzerrt, ähnlich wie im als “super deformed” bekannten Comicstil, mit übergroßen Köpfen. Jedoch sind sie weit entfernt von aller Niedlichkeit, die damit gemeinhin einhergeht, - groteske Wesen wie aus einer anderen Welt.

Der Träger des “Premio Lissone” von 2005 und Gewinner der “Swiss Art Awards” (2006) lebt und arbeitet in seinem Geburtsort Neuchâtel.

www.leopold-rabus.com

Jakub Tytykalo *1984 Prag (CZ)

Meine Inspirationsquellen stammen teilweise aus der Kunstgeschichte, nämlich dem tschechischen Sürrealismus und der Symbolik, in denen ich eine Kombination aus modernen Formen und spirituellem Inhalt und Hintergrund finde. Kunstwerke, Körper, Gesichter und surreale Räume der Moderne, gesehen durch staubiges Glas, deformiert und neu definiert. Ein weiteres Hauptthema ist eine Kunstwelt in ihrer physischen und mentalen Erscheinung, ihren Beziehungen und ihrer Struktur. Ich benutze oft imaginären Galerieraum als Szene für meine Bilder wegen seiner Mehrdeutigkeit, als Ort, an dem alles möglich ist. Obwohl hinter jedem Stück eine Geschichte oder zumindest eine Skizze davon steckt, möchte ich das Thema lieber unklar lassen und den Betrachter die Wahrnehmung mit persönlichen Assoziationen vervollständigen lassen. Titel sind manchmal faszinierend, viele beziehen sich auf Verkleidung, Politik, soziales Verhalten oder Beziehungen. Auch der Eindruck von Zeit, Relativitätstheorie und kurzlebiger Konstitution aller physischen und mentalen Existenz ist eine starke Inspirationsquelle. Jakub Tytykalo lebt und arbeitet in Prag (CZ).

www.jakub-tytykalo.tumblr.com

Markéta Jáchimová *1988 Domažlice (CZ)

Markéta Jáchimová studierte Kunst an verschiedenen Schulen, darunter das Gymnasium Zámeček in Pilsen und die University Institute of Art and Design an der Glasgow School of Art. 2009 zog sie nach Prag und studierte an der Akademie für Kunst, Architektur und Design, wo sie einen Bachelor-Abschluss in Bildhauerei und einen Master in Malerei absolvierte.

Die Künstlerin verfügt über ein breites Portfolio an Ausstellungen und nahm an der Ausstellung in der National Gallery in Prag bis zur Biennale für zeitgenössische Kunst in Taipeh 2015 teil. Sie gehörte zu den Finalisten des Kritikerpreises für junge Malerei 2016 und 2019. Nachdem Sie 2017 einen sechsmonatigen Aufenthalt in Zürich-Schlieren in der Kunstresidenz AZB absolvierte, begann Sie im Wintersemester ein zweites Master Studium an der ZhdK. Markéta arbeitet als Kuratorin in der Kali Gallery Luzern.

Heute konzentriert sich der Künstler auf die Malerei. Sie beschäftigt sich seit drei Jahren mit dem Thema „Enter the Void“, wo sie versucht, mit Leben und Tod in die Dunkelheit der Wiese vorzudringen. Die monumentalen dunklen Wälder tauchen auf.

Sie kreiert ihre eigene schwarze Farbe. Ihre Arbeit ist sehr unverkennbar, sowohl brutal als auch romantisch. Die Arbeit von Markét ist geprägt von dem Thema und dem Material, das sich miteinander verbindet.

Markéta Jáchimová lebt und arbeitet in Luzern (CH).

jaamaa.wixsite.com/marketajachimova

Sebastian Haas *1992 Bern (Schweiz)

Gesamt“ nennt Sebastian Haas (*1992, arbeitet in Bern und Luzern) seine mit Hinterglasmalerei – also auf der Rückseite von Glasscheiben ausgeführte Malerei – geschaffene Werkserie. Mit Ölfarbe und Sprühlack fertigt, der Masterstudent der HSLU, Gemälde von einer reduzierten Farbigkeit und betont, gewollt salopp mit den gewählten malerischen Mitteln umzugehen.

Die Glasfläche nivelliert dabei die unterschiedlichen Farbaufträge und die Gemälde ziehen einen mit ihrer spiegelnden Oberfläche an. Die Bildkompositionen muten auf den ersten Blick abstrakt an, bei längerem Hinsehen beginnt man die schwarzen, grauen und weissen Flächen jedoch architektonische Elemente, figurenartige Formen oder organisch anmutende Gebilde zu erkennen.

Ihre gleissend-glänzende Erscheinung erinnert an den spiegelnden Bildschirm des Smartphones – notabene jenes technische Gerät, das sich in der Gegenwart immer mehr zwischen uns und die Welt schiebt und die Aneignung von Landschaften und Räumen bestimmt.

www.sebastianhaas.ch