H95 Raum für Kultur

WELT Duo Misagh Joolaee und Sebastian Flaig

Qanat aus der reichen Tradition der persischen Musik

Samstag, 11. Mai 2024, 20.00h

H95 Raum für Kultur, Türöffnung 19.00h, Eintritt frei – Kollekte

eine musikalische Begegnung

https://www.youtube.com/watch?v=-3Pd2FrR69w

Misagh Joolaee
Kamancheh, composition and improvisation
Sebastian Flaig
Improvisation and Cajon

Der iranische Stachelgeigen-Virtuose Misagh Joolaee und der Freiburger Percussionist Sebastian Flaig brechen in ihrer Musik mit herkömmlichen Traditionen der klassischen persischen Musik und kreieren eine neue Klangwelt, die auf Achtsamkeit gegenüber der Tradition und Offenheit zum Neuen und Experimentellen basiert.

Biografien

Misagh Joolaee

Geboren 1983 in Mashhad, aufgewachsen in der nordiranischen Provinz Mazandaran, begann Misagh Joolaee im Alter von acht Jahren, Geige zu spielen.

Innerhalb von 5 Jahren vollendete er das Erlernen des persisch-klassischen Repertoires „Radif“. Mit 13 gewann er den Fadjr-Musikwettbewerb im Iran. Weiterhin lernte er bei diversen iranischen Meistern Setar, Tar und besonders intensiv Kamancheh.

Anschließend folgte eine Ausbildung am Klavier sowie an der Geige in Europäischer klassischer Musik. Seine musikalische Laufbahn zeichnet sich durch eine große Vielseitigkeit in der Zusammenarbeit mit Musikern unterschiedlicher Stilrichtungen aus.

So gründete er im Jahr 2009 das Ensemble „AAVAAN“, mit dem er seine eigenen Kompositionen aufführte und den Wettbewerb „Creole – Globale Musik“ im Jahr 2010 in Deutschland gewann.

Im Jahr 2011 lernte er den türkischen Baglama-Meister Levent Özdemir kennen. Die beiden Virtuosen führen hauptsächlich Eigenkompositionen auf. Weiterhin gründete er zusammen mit bedeutenden spanischen Musikern aus Andalusien im Jahr 2015 das Flamenco-persische Ensemble „Chachipen“. Darüber hinaus musiziert Misagh regelmäßig mit dem bekannten Deutschen Perkussionisten Sebastian Flaig seit 2019.

Auch die solistische Arbeit bildet einen Schwerpunkt seiner musikalischen Betätigungen. So trat er unter anderem im Jahr 2014 als Kamancheh-Solist bei der Aufführung der 5. Sinfonie von Awet Terterjan mit dem Staatsorchester Braunschweig in der Stadthalle Braunschweig auf.

2020 wurde Misaghs Debüt-Album »Ferne«, welches ausschließlich Eigenkompositionen beinhaltet und in dem die technischen, klanglichen und rhythmischen Möglichkeiten der Kamantsche mit und ohne Perkussionsbegleitung verblüffend erweitert werden, mit dem renommierten Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.

Im August 2021 wurde sein Soloalbum »Unknown Nearness«, in dem er diese Neuerungen konsequent weiterführt und völlig neue Klangräume entdeckt, ebenfalls mit dem renommierten Preis der Deutschen Schallplattenkritik prämiert.

Im November 2022 erhielt sein Album »Qanat« ebenfalls die Auszeichnung des Preises der Deutschen Schallplattenkritik.

Damit ist Misagh Joolaee einer der wenigen Künstlern der neueren Musikgeschichte, dessen Alben drei Mal in Folge mit diesem renommierten Preis ausgezeichnet worden sind.

Sebastian Flaig

Sebastian Flaig aus Freiburg studierte ethnische Perkussion und Jazzdrumset und Komposition an der Hochschule für Musik in Leipzig. Zur Vertiefung seiner Kenntnisse der orientalischen Perkussion lebte er ein Jahr in Istanbul und lernte bei verschiedenen Meistern, u.a. bei dem Darabuka Virtuosen Misirli Ahmet.
Die persische Perkussion erlernte er bei Behnam Samani und Majid Khaladj. Von der orientalischen Musik zum Jazz und experimenteller Musik bis hin zur Alten Musik reicht sein stilistisches Spektrum in verschiedenen Ensembles wie dem Trio Joolaee, Taner Akyol Trio, Maya Youssef, KalhorFlaig Duo, Susan Weinert, Ensemble Resonanz, Lauttencompagney Berlin, Musikwerkstatt Köln, Mysteries of Bulgarian voices feat. Lisa Gerard u.a… 2017 wurde die CD ” Syrian dreams” von Maya Youssef mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Sebastian spielte als Solist mit dem Staatsorchester Braunschweig, den Hamburger Symphonikern und der Mittelsächsischen Philharmonie und in verschiedenen Tanz- und Theaterproduktionen u.a an der Komischen Oper. Er war musikalischer Leiter am Stadttheater Freiburg, Theater Erlangen, Bauhaus Dessau….In der Neuen Musik führte er als Solist Uraufführungen der Komponisten Ali Gorji, Taner Akyol, Volker Staub, Chen Zheng-Wen auf. Er komponierte die Musik zu Dokumentarfilmen und Theaterstücken und tourte im Libanon, Syrien, Türkei, Bulgarien, Südamerika …